Wie funktioniert das?
Die Wertereflexion hilft euch, über Werte, Zusammenarbeit und Haltung ins Gespräch zu kommen. Im Kern arbeitet ihr mit zwei Kartentypen:
- Wertekarten zeigen beispielhaft, wie die DRK-Grundsätze in Teamarbeit, Zusammenarbeit und Ehrenamt sichtbar werden können.
- Reflexionsfragen helfen euch, ins Gespräch zu kommen und sie auf eure eigene Praxis zu beziehen.
Start: Check-in
Beginnt mit der Check-in-Karte. Lest sie laut und langsam vor, sodass alle dabei sind. Wer möchte, teilt einen Gedanken in der Runde.
1. Wertekarte (lachsfarben) ziehen
Zieht eine Wertekarte und lest sie laut vor. Lasst die Aussage kurz wirken: Was bedeutet sie für euch? Wo begegnet sie euch in eurer Zusammenarbeit?
2. Reflexionskarte (blau) ziehen
Zieht eine Reflexionsfrage dazu. Jede Person denkt zuerst still für sich nach. Danach tauscht ihr euch etwa 10 Minuten aus – oder so lange, wie das Gespräch hilfreich bleibt.
3. Wiederholen oder vertiefen
Wenn ihr mögt, zieht weitere Karten. Ihr könnt mehrere Karten kurz anspielen oder bei einer Karte bleiben und tiefer einsteigen.
Ende: Check-out
Schließt mit einer Check-out-Frage ab. Zum Beispiel:
- Was nehme ich mit?
- Was ist mir klarer geworden?
- Was möchte ich ausprobieren?
Tipps für die Moderation
Unterschiedliche Wahrnehmungen sind kein Störfall
Bei Wertearbeit wird es spannend, wenn Menschen dieselbe Karte unterschiedlich lesen.
Nicht zu schnell harmonisieren. Unterschiedliche Wahrnehmungen sichtbar machen, ohne daraus sofort einen Konflikt zu machen.
Was seht ihr unterschiedlich? Woran könnte das liegen? Aus welcher Rolle oder Erfahrung heraus schaut ihr darauf? Was lernen wir daraus über unsere Zusammenarbeit?
Werte nicht predigen, sondern übersetzen und beschreiben
Wertearbeit wird schnell abstrakt oder moralisch. Deshalb immer vom Alltag ausgehen.
Nicht allgemein fordern, dass ein Wert stärker gelebt werden muss. Stattdessen beschreiben lassen, woran der Wert im konkreten Alltag sichtbar wäre.
Welche Beobachtungen habt ihr dazu? Wo erlebt ihr das schon? Wo fällt es schwer?
Nicht: Wir müssen mehr Menschlichkeit leben. Sondern: Woran würden wir im nächsten Teammeeting merken, dass Menschlichkeit eine Rolle spielt?
Moderation gibt den Rahmen, nicht die Wahrheit vor
Wer moderiert, muss nicht erklären, was der richtige Wert oder die richtige Deutung ist.
Fragen stellen, Beteiligung ermöglichen, auf die Zeit achten, Zuspitzungen entschärfen, konkrete Beispiele fördern und Ergebnisse sichern.
„Ich gestalte den Prozess - die Bedeutung für euren Alltag entwickelt ihr als Gruppe.”
Sicherheit vor Tiefe
Kritische Reflexion braucht einen sicheren Einstieg.
Vor dem Teilen in der Gruppe erst individuell sammeln lassen. So können alle ihre Perspektive sortieren und beteiligen sich sicherer.
Was ist meine erste eigene Beobachtung dazu? Was möchte ich teilen? Was bleibt erst einmal bei mir?
Klein abschließen
Am Ende ist eine konkrete Vereinbarung hilfreicher als fünf abstrakte Erkenntnisse.
Nicht mit Kulturwandel enden, sondern mit einem nächsten Schritt, der bis zum nächsten Treffen machbar ist.
Was ist ein kleiner nächster Schritt? Wer macht was bis wann? Woran merken wir, dass sich etwas verändert?